Leo Kirch setzt BayernLB unter Druck.

Leo Kirch, Filmhändler und einstmals Eigentümer der „ProSiebenSat 1 Media“, verlangt für sich Ausgleichszahlungen aus dem neuen Korruptionsfall der Formel 1 (Klaus Ott/Nicolas Richter in der SZ vom 29./30.1.2011). Er will Schadensersatz. Falls die BayernLB im Fall der 50 Millionen Dollar, die der Ex-Vorstand Gerhard Gribowsky als Bestechungsgelder erhalten hat und deswegen in U-Haft sitzt, nicht energisch genug durchgreife, will Kirch die Bank in Regress nehmen.

Der Medienhändler hatte die Formel 1 vor zehn Jahren gekauft und dabei einen Milliardenkredit der BayernLB und zweier weiterer Banken erhalten. Kirch ging 2002 pleite. Die Formel 1 fiel an die Banken. Die BayernLB verkaufte ihren Anteil Ende 2005 an den Finanzinvestor CVC und holte sich so den größten Teil des Geldes zurück, das sie Kirch für die Formel 1 geliehen hatte. Kurz darauf kassierte Gerhard Gribowsky, der das Geschäft eingefädelt hatte.

Kirch nimmt an, dass die BayernLB die Rennserie weit unter Wert verkauft hat. Bei höheren Erlösen wäre auch für ihn einiges übrig geblieben. Insofern gehe die Korruption auch zu seinen Lasten. Für Kirchs Vorwürfe gibt es bisher keinen Beweis. Kirch möchte die BayernLB zwingen, von Gribowsky und CVC Schadensersatz zu verlangen und den Verkauf der Formel 1 rückgängig zu machen. Da das Geschäft auf illegalen Machenschaften beruhe, sei es hinfällig. Dadurch habe die BayernLB Anspruch auf einen Großteil der seit 2005 von der Formel 1 erzielten Gewinne.

Dringt Leo Kirch mit seinem Begehren durch, kommt das auch dem Steuerzahler sehr zugute.

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