Neuer Leiter des Weltsportgerichtshofs Cas ist nicht etwa der konsequente und unbeirrbare Richard Pound geworden, der acht Jahre lang die Welt-Doping-Agentur Wada erfolgreich geleitet hat. U.a. hatte er sich gegen den mächtigen Präsidenten des Weltradverbands Hein Verbruggen durchgesetzt. Gewählt wurde John Coates. Er gehört dem IOC an und ist seit 1990 Chef des Australischen Olympischen Komitees (ACO). Außerdem ist er seit 1994 Mitglied des Cas.
Bekannt geworden ist Coates für seine Beteiligung an der Korruption bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2000 an Sydney. 1993 reiste er durch zehn afrikanische Länder, die zufällig alle ein IOC-Mitglied hatten, und schloss Kooperationsverträge. Jedem NOK zahlte die ACO 18 000 australische Dollar zur Athletenausbildung. Rund das Zehnfache wurde geboten, falls Sydney die Spiele hole. Als es kurz vor der Entscheidung so aussah, als könne Peking gewinnen, verabredete Coates ein Treffen mit den IOC-Vertretern Ugandas und Kenias und bot ihnen eine Sondersolidaritätszahlung von 35 ooo US-Dollar. Am nächsten Tag gewann Sydney mit 45:43.
Richard Pound erlitt die zweite Niederlage bei der Wahl zum Cas-Präsidenten. Die Wada ist unter John Fahey (Australien) (seit 2007) zur Alibi-Institution für internationale Spitzenfunktionäre des Weltsports geworden, die nun so tun können, als täten sie etwas gegen Doping.
Glauben wir das?