Michel Platini, der Uefa-Chef, pflegt seinen Traum von einer EM 2020 mit 24 Teilnehmern in ganz Europa und dem Halbfinale und dem Endspiel am Bosporus. Nun kommt ihm die große Betrugsaffäre im türkischen Fußball 2010/11 in die Quere (Thomas Kistner, SZ 24./25.11.12).
„Nach achtmonatiger Abhöraktion stand fest, dass in jener Saison bis zu 19 Spiele verschoben wurden, darunter die Partie am letzten Spieltag, in der sich Fenerbace Istanbul per 4:3 über Sivasport den Titel sicherte. 93 Personen wurden angeklagt, mehr als 30 Spieler und Offizielle inhaftiert, darunter der Vize-Chef des türkischen Fußballverbands TTF sowie Fenerbaces Klubpräsident Aziz Yildirim; der wurde zu Haft- und Geldstrafen verurteilt. Auf Druck der Uefa wurde Fenerbace für die Champions-League-Saison 2011/12 gesperrt; Trabzonspor rückte nach.“
Das erinnert uns an die Affäre um die EM-Vergabe 2012 an die Ukraine und Polen. Über Jahre wurden der Uefa Belege über Stimmkäufe aus Zypern offeriert, die sie anscheinend nie geprüft hat. Im Uefa-Vorstand sitzt z.B. der Ukrainer Grigorij Surkis, der 1995 als Präsident von Dynamo Kiew eine Schiedsrichter-Bestechungsaffäre im Europacup durchstehen musste. Sein Bruder wurde gesperrt, Dynamo Kiew von der europäischen Fußballbühne verbannt.