Dass unter den korrupten Sportarten Boxen die korrupteste ist, ist weit verbreitet unter Kennern. Nun tut das Boxen wieder etwas für seinen Ruf, nachdem ihm schon allmählich von Sportarten wie Radfahren und Leichtathletik der Rang abgelaufen worden war. Der internationale Boxverband AIBA hat ein zweites Urteil bei Olympia in London nachträglich korrigiert. Der US-Amerikaner Errol Spence wurde im Weltergewicht zum Sieger über den Inder Krishnan Vikas erklärt, der zunächst „gewonnen“ hatte, nachdem mehrere seiner Fouls nicht zu Verwarnungen geführt und damit den US-Amerikaner Punkte gekostet hatten. Im Bantamgewicht wurde der Japaner Satoshi Shimi nachträglich zum Sieger über den Aserbaischaner Magomed Abdulhamidov erklärt. Shimi hatte Adbulhamidov während des Kampfes sechsmal zu Boden geschlagen. Der turkmenische Ringrichter und ein AIBA-Funktionär aus Aserbaidschan sind von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden.
Im Judo sieht es nicht viel besser aus.
Dass es auch in der Leichtathletik mit der Gerechtigkeit schwierig ist, zeigt die falsche Disqualifikation der deutschen Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf, die zunächst vom Kampfgericht ausgesprochen worden war, weil es eine russische Siebenkämpferin mit Schwarzkopf verwechselt hatte. Die Mitglieder des Kampfgerichts können wohl nicht mehr so gut sehen. Eine Altersfrage?