„Die spanischen Sportler gewinnen nicht durch Zufall.“

Nach Alberto Contador ist auch Jan Ullrich wegen Dopings vom Internationalen Sportgerichtshof Cas verurteilt worden. Vielfach wird nun ein nachträgliches Geständnis von Ullrich erwartet. Diejenigen, die das annehmen, glauben wohl, dass der Tour de France-Gewinner von 1997 sein Gewissen erleichtern will und wird. On verra.

Die Verurteilung Contadors zieht weitere Kreise. Inzwischen ist auch Rafael Nadal einbezogen. Der französische Fernsehsender Canal plus präsentierte in der in Frankreich sehr beliebten Sendung „Les guignols“ (Die Puppenspieler) einen Beitrag, in dem es hieß „Die spanischen Sportler gewinnen nicht durch Zufall.“ Dabei wurde eine Puppe Nadals gezeigt. Der internationale Tennis-Star hatte neben etlichen Radprofis und dem für FC Barcelona spielenden Andrès Iniesta zu denen gezählt, die nach der Cas-Entscheidung gegen Contador ihre Solidarität mit dem spanischen Radrennfahrer bekundet hatten. Die Sperre sei „unglaublich“ und „erbärmlich“.

Inzwischen erhielt Contador auch noch Unterstützung aus der Politik. Und zwar von oben. Die Nummer zwei der regierenden Volkspartei, die Generalsekretärin Maria Dolores de Cospedal, teilte mit: „Ich war geschockt. In meinen Augen war das Urteil willkürlich und eine grenzenlose Ungerechtigkeit.“ Sie sei überzeugt, dass Contador unschuldig sei. Die Cas-Entscheidung habe großen Schaden für den spanischen Radsport und für die Sportart insgesamt angerichtet.

Wer heute noch an die Unschuld von Contador und Ullrich glaubt, muss blauäugig sein. Oder er bekundet seine Meinung aus taktischen Gründen. Außerdem beruht die Verurteilung von Jan Ullrich auf seiner Zusammenarbeit mit dem spanischen Blutdoping-Arzt Eufemio Fuentes.

Ich hoffe nur, dass die Gerüchte um weitere gedopte spanische Spitzensportler sich nicht bewahrheiten. Sonst gerieten neben dem spanischen Radsport auch noch der dortige Fußball und das dortige Tennis in Verruf.

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