Putins Spiele sind vorbei (Holger Gertz, SZ 21.2.14; Johannes Aumüller, SZ 22.2.14; Johannes Aumüller/Thomas Kistner, SZ 24.2.14). Gerhard Schröder hatte schon vorher befunden, dass die Berichterstattung darüber zu negativ sei. Die Medien sind eben an allem schuld. Und Schröder steht auf der Gehaltsliste von Gazprom. Ein Interessenvertreter. Ähnlich wie der Sklavenkenner von Katar, Franz Beckenbauer, der inzwischen auch ganz von dem Milieu der Geschäftemacher bestimmt wird. Er bezahlt seine Steuern in Kitzbühel. Sie haben Putin bescheinigt, dass er es kann, wie Thomas Bach, der IOC-Präsident. Die russischen Menschen sind nicht ganz so wichtig, Hauptsache Putins Macht wird gestärkt. Schwule und Umweltschützer stören nur. Trauernde aus der Ukraine auch.
Wie die Nazis 1936 und die chinesischen Diktatoren 2008 hat Putin unter der Legende, Sport und Politik seien zu trennen, hochpolitische Spiele organisiert und durchgezogen. Zu seinem eigenen Besten. Die Kosten und Folgen sollen vergessen werden. Bald kommt die Formel 1 nach Sotschi, 2018 die Fußballweltmeisterschaft nach Russland. Peitschenschwingende Kosaken und krasse Fehlurteile im Eiskunstlauf trüben das Gesamtbild kaum. Eiskunstlauf ist ohnehin der Sport für fortgeschrittene (schleichende) Korruption.
Bei der Schlussfeier hatte Putin ein wenig Selbstironie genehmigt. Der Stern, der sich bei der Eröffnungsfeier nicht zum olympischen Ring geöffnet hatte, durfte zitiert werden. Aber viele wissen nicht, dass die Panne der Eröffnungsfeier im russischen Fernsehen gar nicht zu sehen gewesen war. Sie wurde ausgeblendet, im russischen Fernsehbild strahlten fünf Ringe.
Wenn dies, wie Thomas Bach behauptet hat, die Spiele der Athleten gewesen sind, und das die Athleten genau so sehen, dann müssen wir kleinen Steuerzahler, die keine Uhren schmuggeln, nicht in der Schweiz spekulieren und mitnichten die Interessen von russischen Energielieferanten vertreten, überlegen, was wir, etwa bei Wahlentscheidungen, noch für den internationalen Hochleistungssport tun können. Außer zu zahlen.
Es hat sechs Dopingfälle in Sotschi gegeben, wobei ich daran erinnere, dass Evi Sachenbacher-Stehle schon 2006 in Turin als Doperin erwischt worden war:
1. Evi Sachenbacher-Stehle (Deutschland), Biathlon,
2. William Frullani (Italien), Bob,
3. Marina Lisogor (Ukraine), Langlauf,
4. Vitalis Pavlovs (Lettland), Eishockey,
5. Johannes Dürr (Österreich), Langlauf,
6. Nicklas Bäckström (Schweden), Eishockey.
Ich hoffe, dass wir bald in Deutschland ein schlagkräftiges Anti-Doping-Gesetz bekommen.