Mit allen Mitteln versucht der russische Präsident Wladimir Putin, die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu einem Erfolg zu machen. Es geht um das russische Prestige. Es gab eine Amnestie für 25.000 Gefangene. Nun hat der Präsident die Freilassung der beiden Frauen von Pussy Riot angekündigt und die Begnadigung des ehemaligen Öl-Magnaten und Oppositionspolitikers Michail Chodorkowski. In zwei Prozessen, 2003 und 2010, die nicht rechtsstaatlich verliefen, war Chodorkowski wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Zustände wie beim Zaren.
Der US-Präsident Barack Obama ist in der Propaganda auch nicht untätig. Er hat Billie Jean King, die frühere Weltranglisten-Erste im Tennis, in die US-Delegation für Sotschi berufen. King hatte jedes der Grand Slam-Turniere im Einzel mindestens einmal gewonnen, Wimbledon sechs Mal, im Doppel zehn Mal. Die heute 70-Jährige wurde früh zu einer Ikone der Schwulen- und Lesben-Bewegung. Sie lebte schon seinerzeit offen lesbisch. Verdient gemacht hat sie sich auch durch die Gründung einer Spielerinnengewerkschaft, die für Frauen die gleichen Bedingungen zu erreichen suchte wie für Männer.
Billie Jean King ist uns vorangegangen. Das tut sie jetzt wieder in Sotschi, im homophoben Russland.