Die EU-Kommission eröffnet förmliche Beihilfeverfahren gegen spanische Fußballklubs (Javier Cáceres, SZ 17.12.13). Dabei geht es um illegale Steuervorteile (Real Madrid, FC Barcelona, CA Osasuna, Athletico Bilbao), undurchsichtige Grundstücksgeschäfte (Real Madrid) und verbotene Kredite (FC Valencia). Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen millionenschwere Rückzahlungen.
Per Gesetz waren Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts die spanischen Fußballklubs gezwungen worden, sich als Sportaktiengesellschaften zu organisieren. Davon versprach sich der Gesetzgeber eine bessere Finanzierung der traditionell überschuldeten Vereine. Real Madrid, FC Barcelona, AC Osasuna und Athletico Bilbao entgingen der Zwangsumwandlung, weil sie als solvent erklärt wurden.
Die Zuständigkeit der EU ergibt sich aus grenzüberschreitenden Tätigkeit der Vereine. Etwa bei Spielertransfers oder dem Verkauf von Merchandisingprodukten.
Real Madrid will vergleichsweise wertloses Brachland im Vorort Las Tablas gegen lukrative Grundstücke rund um das Bernabeu-Stadion tauschen. Es soll ein Einkaufszentrum und ein Luxushotel errichtet werden. Der FC Valencia wird wegen Bürgschaften der Regionalregierung Valencia für einen 81-Millionen-Kredit untersucht. Die Existenz des Vereins steht auf dem Spiel. Er steht zum Verkauf.
Wieder einmal bestätigt der spanische Sport seinen schlechten Ruf, den er wegen Dopingvorwürfen (Radsport, Leichtathletik, Fußball) seit langem hat.