512: Nein zu Olympischen Spielen in Deutschland 2022 !

Wer Olympische Spiele ausrichtet, kriegt Besuch von den besten Athleten der Welt. In ihren Wettkämpfen erzählen sie spannende und meistens sehr unterhaltsame Geschichten. Ein grandioses Theater. Die Winterspiele 2014 finden an Putins-Gazprom-Badestrand in Sotschi unter den nicht zu verantwortenden Opfern der Wanderarbeiter statt (ähnlich wie in Katar), 2018 ist das südkoreanische Samsung-Retorten-Nest Pyeonchang Austragungsort (Sebastian Kemnitzer „taz“ 25.10.13, Anno Hecker und Christoph Becker „FAS“ 3.11.13). Wahrscheinlich könnte München es ja besser als die Diktatoren, Lügner und Geschäftemacher.

Aber es würde zu teuer.

Und das ist für den Steuerzahler nicht zu verantworten. Das Organisationskomitee müsste dem IOC eine Defizitgarantie in unbegrenzter Höhe geben, damit das IOC selbst kein finanzielles Risiko trägt. Dabei macht das IOC einen Vier-Jahres-Umsatz von über

5 Milliarden Euro (und hat Rücklagen seit 2001 von mehr als 410 Millionen Euro).

Besser wären Investitionen in den Schul- und Vereinssport und in Turnhallen (und deren Instandhaltung). Die Jugend des Deutschen Alpenvereins lehnt eine abermalige Bewerbung Münchens ab: „Im Sinne der Generationengerechtigkeit lehnt die Jugend des Deutschen Alpenvereins die massive Verschuldung durch die notwendigen Investitionen bei einer erfolgreichen Bewerbung ab.“

Auffällig ist, dass die Befürworter einer Bewerbung viel mehr Geld zur Verfügung haben als die Gegner. Und in den Abstimmungsunterlagen fehlen die Gegenargumente, weil es kein offizielles Bürgerbegehren „contra“ gibt. Dabei sagen schon die Plakate der Gegner „Nein“

– zu Schuldenbergen,

– zur Naturzerstörung,

– zum Wachstumswahn,

– zu IOC-Knebelverträgen,

– zur Mietpreis-Explosion.

Am 10. November wird abgestimmt.

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