453: Jens Hungermann liest Wladimir Putin die Leviten.

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau wird der Weltöffentlichkeit deutlich, in welcher Lage sich Russland befindet. Etwa durch das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz. Dabei bekommt Russland die Formel 1 2014 nach Sotschi, und dort finden auch die Olympischen Winterspiele statt. Die Schwimm-Weltmeisterschaften 2015 sind in Kasan. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 läuft in Russland. Jens Hungermann findet, dass dem Land gegenüber Misstrauen angebracht ist („Die Welt“ 17.8.13). Jelena Issinbajewa habe dem Land mit ihrer Verteidigung des Anti-Homosexuellen-Gesetzes einen Bärendienst erwiesen.

Hungermann schreibt: „Schon steckt das Internationale Olympische Komitee (IOC) in einem Dilemma. Einerseits hat es kein Interesse an politischen Debatten, die seiner Ware Sport-Entertainment schaden. Andererseits kann es Diskriminierungen oder Eingriffe in seine Autonomie nicht dulden. Schon um nicht unglaubwürdig zu werden. Es ist die dringliche Aufgabe des IOC und anderer Sportverbände, Putins Russland aufzuzeigen, dass mit dem Erwerb von Austragungsrechten weit mehr verbunden ist als der Bau moderner Stadien oder eine glatte Organisation – nämlich eine gesellschaftliche Verantwortung. Ob die Sportfunktionäre dazu den Mut haben?“

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