452: Leben von FC Bayern-Präsident Kurt Landauer wird verfilmt.

1932 in der Präsidentschaft Kurt Landauers feierte der FC Bayern München seinen ersten Meistertitel im Fußball. Inzwischen sind es 23. Die Fanorganisation „Schickeria“ hat nun dafür gesorgt, dass Kurt Landauers gedacht wird (Philipp Selldorf SZ, 30.7.13, Holger Vieth taz, 3./4.8.13). Sogar mit einem Film (Regie: Hans Steinbichler, u.a. „Hierankl“, „Winterreise“). Den Kurt Landauer im Film gibt Sepp Bierbichler, ein deutscher Star.

Als erfolgreicher Präsident musste Landauer 1933 zurücktreten, weil er Jude war. 1938 war er zwei Monate in Dachau. Ihm gelang die Emigration in die Schweiz, woher Landauer 1947 nach München zurückkehrte. Eigentlich wollte er weiter in die USA, blieb aber in München hängen. Und wurde wieder von 1947 bis 1951 Präsident des FC Bayern München. Sein Erfolgsrezept: Jugendarbeit, Professionalität und Internationalität. Landauer war dem Fußball seiner Zeit voraus. Der Film bemüht sich, ihm gerecht zu werden, nachdem beim FC Bayern bis etwa 2000 eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht stattgefunden hat. Wie anderswo auch. Dietrich Schulze-Marmeling hat das in seinem Buch „Der FC Bayern und seine Juden“ anschaulich gemacht. Kurt Landauer starb 1961.

„Dass der überzeugte Ur-Bayer Landauer auch nach seiner Heimkehr wieder als Jude entdeckt wird, nun aber in einer bigotten Gesellschaft, die den gelernten Antisemitismus zu unterdrücken sucht, das ist das eigentliche Thema. Es geht um den Neubeginn im Bewusstsein der Schuld.“

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