Englands Fußball fehlt es seit langem am Erfolg. Und die vollen Stadien in der Premier League sind zu einem Teil gewiss auch der Tatsache geschuldet, dass so viele Klassespieler aus dem Ausland dort spielen (Raphael Honigstein, SZ 8.10.12). Die Ausländer dominieren in vielen Fällen. Und russische Oligarchen und arabische Scheichs geben das Geld.
Englands Teammanager Roy Hodgson verriet nun auf dem Weg zum Champions-League-Spiel zwischen Arsenal und Olympiakos Piräus in der Londoner U-Bahn einigen Fans, dass die Karriere von Rio Ferdinand in der englischen Nationalmannschaft wohl bald vorbei sei. „Rio ist fast 34, ich muss sagen, dass es für ihn und England vorbei ist.“ So der „Daily Mirror“. Rio Ferdinand (Manchester United) hatte sich nach dem Rücktritt von John Terry (Chelsea London) aus der Nationalelf Hoffnungen auf ein Comeback gemacht. Hodgson widerrief seine Äußerung aus der U-Bahn umgehend. Aber glaubwürdig ist das nicht.
John Terry ist von der Football Association (FA) vier Wochen gesperrt und zu einer Geldstrafe von 280 000 Euro verurteilt worden. Er hatte Rio Ferdinands Bruder Anton (Queens Park Rangers) rassistisch beleidigt. U.a. mit den Worten „fucking black cunt“. Die Disziplinarkommission fand Terrys Behauptung, dies sei rhetorisch gewesen, trotz dessen Freispruchs im Strafverfahren „unwahrscheinlich, unplausibel und gekünstelt“. Die Begründung für Terrys Strafe umfasst 63 Seiten.
Nun hat Terrys Teamkollege bei Chelsea und in der Nationalmannschaft Ashley Cole den Verband in einer Twitterbotschaft als „bunch of twats“ (einen Haufen Fotzen) bezeichnet. Er bezichtigt die Disziplinarkommission indirekt der Lüge. Cole hatte nach Rücksprache mit der Chelsea-Klubführung seine ursprüngliche Zeugenaussage zu Gunsten von Terry im Nachhinein verändert. Die FA wird gegen ihn eine Geldstrafe verhängen. Auch Chelseas Trainer Roberto di Matteo hat Cole mit finanziellen Sanktionen gedroht. „Man muss die Medien verantwortungsvoll benutzen.“ Beim 4:1 gegen Norwich City hatten sowohl Terry als auch Cole 90 Minuten für Chelsea durchgespielt.