Lance Armstrong, Alberto Contador und Jan Ullrich haben nicht gestanden.

Auch nach dem Cas-Urteil über Jan Ullrich hat keiner der drei wichtigsten Beschuldigten gestanden: Lance Armstrong (USA), Alberto Contador (Spanien) und Jan Ullrich (Deutschland). Jedenfalls von Ullrich war das in den Medien erwartet worden. Aber vielleicht war das zu viel erwartet. Möglicherweise erhofft sich Ullrich gerade auf lange Sicht, auf diese Weise die Aura eines naiven Helden aufrecht zu erhalten.

Die geständigen Dopingsünder haben auch keine gute Figur gemacht:

Erik Zabel,

Rolf Aldag,

Bert Dietz,

Jörg Jaksche,

Bjarne Riis (der Tour de France-Sieger von 1996).

Jan Ullrich hat sich nur entlocken lassen: „Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte. Ich weiß, dass das ein großer Fehler war.“ So ähnlich hat Lance Armstrong seine Verbindung zu seinem Helfer Michele Ferrari gestanden.

Das Nicht-Gestehen lässt den Nürnberger Pharmakologen Fritz Sörgel zu der Aussage kommen: „Das unterscheidet den großen Sportler vom ganz normalen Betrüger.“ Ein hartes, aber begründetes Urteil.

Einer der besten Kenner des internationalen Hochleistungssports, des Radsports und des Dopings, Thomas Kistner, hat sich in der SZ (11./12.2.2012) über das „Elend des Dopings“ Gedanken gemacht. Der „Starrsinn ist erhellend, weil er das Grundproblem illustriert: Doping hat neben den leistungsfördernden Effekten auch einige schädliche Nebenwirkungen – die am weitesten verbreitete ist die Lüge. Im Sport ist keine Aussage zu bizarr: Die Erdbeerbowle verursacht angeblich hohe Testosteronwerte, das Kokain kann nur in Omas Keksen aus Kolumbien gewesen sein. Funktionäre beschwichtigen gern: Der Sport sei eben nicht besser als die Gesellschaft. Das ist die nächste Lüge. In großen Teilen des Sportbetriebs, in den Kraft- und Ausdauersparten, ist

 der Betrug

eine strukturelle Notwendigkeit

geworden.“

Und meine lieben Sport-Freunde, die meinen, dass dann, wenn schon ohnehin alle dopen, das Doping freigegeben werden sollte, werden eines Tages lernen, dass sie sich für Betrug aussprechen. Zweitens und vor allem herrschte dann ja gerade nicht die für den Sport unerlässliche Chancengleichheit. Dann würden die reichen Lance Armstrong oder Bjarne Riis sich das wirksamere Doping kaufen, das sich die Wasserträger gar nicht leisten können.

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