Hat Bernie Ecclestone Gerhard Gribkowsky bestochen ?

Wir sind es gewohnt, dass im internationalen Hochleistungssport und seinen Verbänden sehr viel kriminelle Energie steckt. Viele von uns sind darüber moralisch empört. Aber sollten wir nicht ein wenig gelassener sein? Wo so viel Geld umgesetzt und verdient wird, ist die Versuchung natürlich groß. Das ist anderswo ja auch nicht anders. Erstaunlich ist nur immer wieder, wie einige Akteure darauf setzen, dass wir als das Publikum dessen nicht bis drei zählen können.

 So hat vor dem Landgericht München, einem Gericht, das in diesen Dingen sehr erfahren ist, im Prozess gegen Gerhard Gribkowsky gerade zum zweiten Mal Bernie Ecclestone ausgesagt. Das Gericht wollte von ihm wissen, warum er 40 Millionen Dollar (nach anderen Quellen 44 Millionen Dollar) an Gerhard Gribkowsky gezahlt hat, als dieser noch im Vorstand der Bayern LB saß. Ecclestone fühlte sich anscheinend von Gribkowsky bedroht, obwohl der Brite aussagte, dass Gribkowsky nie eine konkrete Forderung gestellt habe. Ist das glaubwürdig?

Die Hypothese der Staatsnwaltschaft München ist, dass Ecclestone beim Verkauf der Formel 1 2005 an den Finanzinvestor CVC durch die Bayern LB eine „Provision“ von 40 Millionen Dollar erhalten habe, um das Geld zu „parken“ und zu einem geeigneten Zeitpunklt an Gribkowsky zurückzuzahlen. So weit, so plausibel. Aber weder von Gribkowsky noch von Ecclestone eingeräumt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist schon sehr viel früher über Geld gesprochen worden. So habe es schon am 4. November 2005 den Entwurf eines Beratervertrags für Gribkowsky gegeben. Für die Finanztransaktion sei von einem Genfer Anwalt Ecclestones die Briefkastenfirma Lewington Invest gegründet worden, über die das Geld an Gribowsky geflossen sein. Der wollte anscheinend nicht, dass irgendwelche Spuren nach Großbritannien führten. 

Nach der Aussage von Bernie Ecclestone hat er sich Ende der neunziger Jahre einer Bypass-OPeration unterziehen müssen und deswegen seiner Frau ungefähr 20 Millionen Dollar geschenkt, damit sie damit eine Stiftung begründen könne. Die Stiftung „Bambino“. Diese Regelung sei steuerlich vorteilhaft. Er, Ecclestone, habe nun gefürchtet, dass Gribkowsky, diese Tatsache den Behörden mitteilte, damit diese Steuernachzahlungen von ihm, Ecclestone, forderten.

Nächste Woche ist der Anwalt der Stifzung Bambino, Stephen Mullens, beim Landgericht München als Zeuge geladen.

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