René Schnitzler hat im „Stern“ eingestanden, von dem niederländischen Wettpaten Paul R. 100.000 Euro für die Manipulation von fünf Zweitligaspielen 2008 angenommen zu haben. Allerdings habe er tatsächlich nie manipuliert. Diese Aussage deckt sich (Thomas Kistner in der SZ vom 24.1.2011) teilweise mit der Aussage des Wettpaten Marijo C. im aktuellen Bochumer Wett-Prozess. Danach geht es u.a. um die FC St. Pauli-Spiele am 11.5.2008 (0:2 gegen Alemannia Aachen), am 18.5.2008 (1:5 gegen Mainz 05) und am 23.11.2008 (2:2 in Mainz gegen Mainz 05). St. Pauli Teammanager Christian Bönig hat dpa mitgeteilt, diese Partien seien dem Verein bekannt. Er habe darüber mit der Staatsanwaltschaft und der DFL gesprochen.
Marijo C. hat nach eigener Aussage Paul R. in den Niederlanden besucht, um die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit abzuklären. Er will dort erfahren haben, dass die Spieler pro verschobener Partie 150.000 Euro erhalten würden. St. Paulis Trainer Holger Stanislawski habe nach der 0:2-Niederlage gegen Aachen geschäumt und taktische Mängel seiner Mannschaft beklagt. Dies habe ihn, so Marijo C., vom Einfluss Paul Rs. überzeugt. Marijo C. will die Namen der fünf Spieler erfahren, jedoch nur René Schnitzler getroffen haben. Das sei auf Veranlassung Paul Rs. in Amsterdam geschehen.
Wir Fußballfans können wahrscheinlich ganz ruhig bleiben; denn Staatsanwaltschaft und DFL sind ja eingeschaltet. Die haben gewiss ein großes Interesse an der Aufklärung der Fälle. Und vermutlich handelt es sich wieder nur um Einzelfälle. Oder? „Marijo C. hat nach Aktenlage einige weitere klangvolle Namen im Angebot. Darunter einen russischen Nationalspieler, der einmal auf ein manipuliertes Spiel als Zocker mit eingestiegen sein soll.“ Das kann ja noch lustig werden.