Alberto Contador – doch nicht gedopt?

War Alberto Contador (Spanien), der aktuelle Tour de France-Sieger, doch nicht gedopt, wie es die gesamte Fachwelt seit September angenommen hatte? Wie Javier Cáceres in der SZ vom 18.11.10 berichtet, hält die Wada die Behauptung Contadors, sein positiver Dopingtest vom Juli sei auf den Verzehr eines medikamentenverseuchten Kalbsfilets zurückzuführen, nach wie vor für nicht stichhaltig. Damit wäre eine Dopingstrafe für Contador fällig.

Über Sanktionen muss allerdings der spanische Verband befinden. Dessen Präsident Juan Carlos Castano hat sich allerdings schon gewünscht, dass Contador unschuldig sei. Unterstützung hat er nun vom Präsidenten des spanischen Olympischen Komitees, Alejandor Blanco, erhalten. Für ihn ist Contador eine der wichtigsten Bezugspersonen des spanischen Sports. Blanco: „Er sagt, dass er sich nicht gedopt habe, und ich glaube ihm. Jetzt ist der Moment der Wahrheit, in dem wir ihn unterstützen müssen.“ Ja, wenn das so ist. Dann halten die spanischen Sportverbände Contador wohl für unschuldig. Das sind wir ja seit den Zeiten Juan Antonio Samaranchs, des langjährigen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, nicht anders gewohnt.

In Contadors Blut war Clenbuterol gefunden worden, mit dem sich schon Kathrin Krabbe gedopt hatte. Und in diesem Fall hatten sich die Wada-Experten auf die Suche nach dem ominösen Nahrungsmittelhändler im Baskenland gemacht, um Contadors Unschuldsbehauptung zu überprüfen. Sie begaben sich auch zu dem angeblich betroffenen Schlachthof und fanden keinerlei Hinweise auf Clenbuterol-Doping für Rinder. Dafür wiesen die Fahnder auf eine Studie der EU aus dem Jahre 2008 hin, wonach die Verunreinigung von Fleisch mit Clenbuterol in Spanien und Europa unwahrscheinlich sei. Vermutlich wird das die spanischen Sportverbände aber nicht beeindrucken.

Beschwert hat sich das baskische Agrarministerium. Es hat die „Professionalität“ der baskischen Agrarproduzenten unterstrichen. Contadors Geschichte habe die Konsumenten in ungerechtfertigter Weise alarmiert.

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