Matze Knop ist der wahre Waldemar mit einem Hauch von Ewigkeit.

Unsere Fußball-Reporter im Fernsehen bei der Fußballweltmeisterschaft haben es nicht leicht. Sie werden von Millionen von Zuschauern wahrgenommen und verglichen. Sie sind stilprägend. Und in der FAZ vom 2.7. sind sie von einer Gruppe von Kollegen (pek, thom, uweb, vw, kau, miha und tob, wobei ich die Kürzel nicht alle kenne) recht kenntnisreich karikiert und kritisiert worden. Dabei liegt in der Karikatur natürlich auch eine ungerechte Überteibung, die nicht immer dem gerecht werden kann, wie die Reporter (auf Neudeutsch : Kommentatoren) uns informieren und wie sie uns unterhalten.

Bei Steffen Simon, den thom in den Fußstapfen von Heribert Fassbinder sieht, wird sein Sinn für überflüssige Detailinformationen betont. Das wäre ja noch nicht so schlimm, wenn nicht die verfehlte Unterstellung mitschwingen würde, dass Fassbinder gültige Maßstäbe gesetzt habe. Das war ja bei diesem Sportberichterstattungs-Bürokraten niemals der Fall. Insofern macht Steffen Simon vielleicht gar nicht so viel falsch.

pek sortiert Oliver Schmidt nicht wenig treffend in die Familie der „Dauer-Floskler“ ein. Und Jürgen Klinsmann hat noch unter dem verfrühten Ende seiner Trainerzeit beim FC Bayern München zu leiden. vw nimmt es ihm übel, dass er sich so zurückhält. „Aber wenn er aller Welt einmal eindrucksvoll beweisen wollte, dass das Sommermärchen 2006 nichts mit ihm und seinem Fachwissen, aber dafür alles mit Jogi Löw zu tun hatte, dann ist ihm das mit seinem Einsatz bei RTL sehr authentisch gelungen. Immerhin ist jetzt auch in Deutschland jedem klar, warum sie ihn in England immer nur ‚Diver‘ genannt haben. Keiner taucht so überzeugend ab wie er.“

Hohes Lob erfährt Tom Bartels (vw). „Er ist der seltene Fall eines Kommentators aus dem Off, der seine Unsichtbarkeit nicht durch Brachial-Metaphern, Über-Emotionen und angebliche Prognosenkünste kompensieren zu müssen glaubt. Er ist ein Fachmann im Hintergrund, seriös, kundig, zurückhaltend. Ein Dienstleister der Fußballfreunde, Auskenner mit Mut zur kurzen Stille. Und wenn er dann doch einmal, wie im Spiel gegen Ghana, Mesut Özil nach einer verpassten Torchance ein ‚Verdammt noch mal!‘ zuruft, dann hat das aber auch seine Wirkung. Der nächste Ball war dann drin.“ Da schneidet Béla Réthy mit seiner anbgeblichen Glossolalie (bedeutungsvolles Reden in Zungen) schon schlechter ab, weil er in seinem opportunistischen Stil immer auf Seiten des Siegers ist (pek), eine wirklich weit verbreitete Unsitte im deutschen Sportjournalismus.

Delling und Netzer (tob) mussten scheitern, weil sie sich in ihrem stets etwas gestelzt wirkenden Stil nie ändern durften. Und Müller-Hohenstein im ZDF verkneift sich den Hang zu versemmelten Pointen, weil sie erst gar keine setzt. Wohl aus Mangel an Fachkenntnis. Dafür überdrehen Jauch und Klopp bei RTL. Und uweb kann sich des Gedankens nicht erwehren, „wie nervend es sein muss, von ihm (Klopp), dem Trainer von Borussia Dortmund, über eine ganze Saison hinweg dauermotiviert zu werden“. Davon hebt sich Mehmet Scholl ab, der stets klarmacht, wie überflüssig der Moderator Beckmann ist. „Denn Scholl könnte stundenlang reden, ohne eine einzige der witzlosen Phrasen und Beliebigkeiten, die Beckmann in jedem zweiten Sazu gelingen. Scholl sagt, was er gesehen hat, vom Moderator ist schon vorher bekannt, was er gesehen haben wird.“

Bleibt als Höhepunkt „Waldis WM-Club“, der nach pek mit seinen „Viktualien“ bereits in „zeiltlose Sphären“ vorgestoßen ist und in dem ein Hauch von Ewigkeit spürbar wird. Aber erst dann wirklich, wenn Matze Knop als Waldi in „Waldis WM-Club“ der wahre Waldemar wird.

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