Archive for the ‘Sport’ Category

3277: Flick wehrt sich gegen AfD.

Samstag, Februar 20th, 2021

Der Trainer des FC Bayern München, Hansi Flick, hat per einstweiliger Verfügung eine Unterlassung gegen den AfD-Bundestagsabgeordntenen Johannes Huber erwirkt. Dieser hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift „Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach.“ gepostet und Flick mit dem Satz zitiert: „Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören.“ Dadurch sah sich Flick sinnentstellt zitiert. Johannes Huber hat den Post inzwischen gelöscht. Flick hat sich mit Lauterbach mittlerweile ausgesprochen (FAZ 20.2.21).

3249: Biathlon: Korruption und Doping jahrelang vertuscht

Freitag, Januar 29th, 2021

Ein im November 2018 in Auftrag gegebener Bericht der Internationalen Biathlon Union (IBU) besagt, dass im internationalen Biathlon jahrelang Korruption und Doping vertuscht worden sind. Verantwortlich dafür waren der norwegische Präsident Anders Besseberg (1992-2018) und die Generalsekretärin Nicole Resch (Deutschland). Insbesondere russische Machenschaften haben sie dabei jahrelang gedeckt. Dafür wurde

Geld gezahlt, es gab teure Uhren, kostenlose Jagdausflüge, Luxusurlaube und die Dienste von Prostituierten.

Präsident Besseberg habe bei „allem, was er tat, konsequent russische Interessen bevorzugt“. „Das von Herrn Besseberg proklamierte Engagement für sauberen Sport war eine Farce.“ Frau Resch soll vor den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 abnorm hohe Blutwerte beim Russen Jewgeni Ustjugow ignoriert haben. Ustjugow gewann später gedopt mit der Staffel Gold. In Österreich und Norwegen laufen Strafverfahren gegen Besseberg und Resch. Der gegenwärtige IBU-Präsident Ole Dahlin zeigte sich über das Fehlverhalten seines Vorgängers schockiert (SZ 29.1.21).

3184: Russland darf nicht an Olympischen Spielen und Fußball-WM teilnehmen.

Freitag, Dezember 18th, 2020

Wegen Staats-Dopings darf Russland nicht an den Olympischen Spielen in Tokio 2021 und an der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 teilnehmen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas. Er halbierte damit die Ende 2019 von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verhängte Strafe. Russische Sportler dürfen unter bestimmten Bedingungen als „neutrale Athleten“ starten (sid, SZ 18.12.20).

3176: Schmutziges Sommermärchen

Samstag, Dezember 12th, 2020

Es erhärtet sich der Verdacht, dass die Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland mit unlauteren Mitteln erreicht wurde. Entsprechende Daten liegen der SZ und dem „Spiegel“ vor. Danach hat

Leo Kirch

gemeinsam mit der Schweizer Vermarktungsagentur CWL unter Geschäftsführer

Günter Netzer

und mit Wissen des DFB mit dubiosen Methoden Stimmenfang betrieben. Stimmberechtigte Fifa-Mitglieder aus Malta und der Karibik erhielten Provisionen für angebliche Beratungsdienste bei Eishockey-Rechten zugeschanzt. Gleichzeitig sorgte der DFB dafür, dass sich Kirch bei anderer Gelegenheit „eine goldene Nase“ verdienen konnte, wie es in einer Mail vom DFB hieß (SZ 12.12.20).

3166: Der Jogi muss weg.

Mittwoch, Dezember 2nd, 2020

Wir wissen nicht erst seit dem 0:6 von Sevilla, wie begrenzt die Möglichkeiten von Jogi Löw als Bundestrainer sind. Sondern auch das Desaster bei der WM 2018 zeigt das. In letzter Zeit war der Jogi besonders „erdenfern“. Und wir konnten erkennen, was er alles nicht tut, etwa führen. Trotzdem bescheinigt ihm die DFB-Spitze ein „klares Konzept“. Da profitiert Joachim Löw von dem Streit in der DFB-Führung und der Schwäche von Präsident Keller, der viele Gegner hat. Da kann der Jogi selbst als „kämpferisch“ erscheinen und sogar behaupten, seine Weiterbeschäftigung nach der Niederlage gegen Spanien hätte man früher haben können.

Unterstützung erhält Jogi natürlich aus dem Profilager, das seine eigenen Ziele verfolgt und nicht immer hauptsächlich die Nationalmannschaft im Blick hat. Hier wird uns klar, dass die wirklichen Spitzenspieler bei den Terminierungen von Fifa und Uefa völlig überlastet sein müssen. Und dann manchmal flügellahm sind. Joachim Löw lässt sich dann nicht blicken. Und seine Verteidiger sagen: Das hat er doch schon immer so gemacht. Stimmt! Das Thema Hummels-Boateng-Müller stellt sich nicht. Aber die Mitverantwortung von Oliver Bierhoff wird klar. Der muss mit dem Jogi weg. Dem fiel ja nach der 0:6-Niederlage nichts anderes ein, als mit seinen Ko-Trainern Marcus Sorg und Andreas Köpke zu konferieren. Und mit seinem Mentor Urs Siegenthaler (Philipp Selldorf, SZ 1.12.20; Christoph Kneer, SZ 1.12.20; Philipp Selldorf, SZ 2.12.20). Das bringt alles nichts.

Worum es wirklich geht, ist, dass noch kein neuer Mann gefunden worden ist. Aber es gibt dafür geeignete Personen. Man muss sie nur wollen und suchen. Und wenn Kandidaten wie Hansi Flick, Thomas Tuchel und Jürgen Klopp, die am Stammtisch hoch geschätzt werden, gegenwärtig nicht zur Verfügung stehen, dann heißt das nicht, dass man in England, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Italien niemand finden kann. Ja, es kommen auch Ausländer in Frage! Das wissen wir doch. Von seinen bereits erwiesenen Kompetenzen her ein guter Mann wäre Ralf Rangnick. Aber der ist nicht volkstümlich genug, was heute auch wichtig ist. Außerdem hatte er sich einstmals bereits einen Burn Out geleistet. Der kommt also auch nicht in Frage.

Also: Sucht mal schön. Denn wer suchet, der findet!

3138: DFB und DFL: Streit um Fernsehgelder

Donnerstag, November 12th, 2020

VfB Stuttgart, FC Augsburg, Arminia Bielefeld und Mainz 05 hatten kürzlich einen Vorstoß unternommen, um die Fußball-Fernsehgelder, wie sie fanden, gerechter zu verteilen. Daraufhin wurden sie vom FC Bayern-Präsidenten Karl-Heinz Rummenigge nicht zu einem Treffen der Klubs der ersten Bundsliga in Frankfurt eingeladen. Rummenigge: „Den Solidarpakt haben wir nicht gebrochen – sie haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen.“ Bisher sahnen die Spitzenklubs den Löwenanteil der Fernsehgelder ab.

An dem Konflikt zeigt sich, wie erbarmungslos im deutschen Fußball um Fernsehgelder gekämpft wird. Die Nicht-Einladung der vier Vereine wurde auch von Klubs kritisiert, die an der Runde teilnahmen, wie Werder Bremen. Auch die Fan-Organisationen plädieren für eine andere Verteilung der Gelder, welche die unteren Klubs der Bundesliga stärker berücksichtigt. Das ist Karl-Heinz Rummenigge anscheinend egal. Es geht für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 um etwa 4,4 Milliarden Euro. Am 7. Dezember gibt es ein Treffen der 36 Erst- und Zweitligisten. Die Entscheidung trifft das neunköpfige DFL-Präsidium. Da hat FC Bayern München mit Christian Dreesen nur einen Vertreter (Philipp Selldorf, SZ 12.11.20).

3121: Fritz Keller spricht Franz Beckenbauer frei.

Dienstag, November 3rd, 2020

DFB-Präsident Fritz Keller hat der „Bild“-Zeitung erzählt, dass Franz Beckenbauer (gerade 75 Jahre alt geworden) von den Ermittlungen der Detektei Esecon im Hinblick auf die Sommermärchen-Affäre nichts zu befürchten habe. Das ist juristisch brisant. Träfe es zu, käme es den DFB sehr teuer zu stehen. Angeblich hat Fritz Keller auch den „Vorwurf des Fifa-Stimmenkaufs bei der WM-Vergabe“ abgeräumt. Überdies seien „nach heutigem Stand die ominösen 6,7 Millionen Euro damals nicht auf Beckenbauers Konto geflossen“. Ursprünglich stammten die 6,7 Millionen von dem Unternehmer Robert Louis-Dreyfus. Beckenbauer hatte genau diesen Betrag als Darlehen erhalten. Das Geld floss an Fifa-Finanzvorstand Mohammed bin Hammam in Katar. Es könnte sich um die Finanzierung eines TV-Rechte-Geschäfts für Franz Beckenbauer gehandelt haben.

Das Landgericht Frankfurt hatte erstinstanzlich befunden, dass die Zurückzahlung der 6,7 Millionen Euro durch den DFB im Jahr 2005 als Entlohnung für Beckenbauer (Betriebsausgabe) zu betrachten sei. War es keine Betriebsausgabe, müsste der DFB eine Steuer-Nachzahlung von 20 Millionen Euro leisten. So nach der aktuellen Aussage von Fritz Keller. Hat der sich vergaloppiert? Dann müsste er als DFB-Präsident zurücktreten. Zwischen Präsidentenbüro und Generalsekretariat des DFB war es ohnehin in letzter Zeit zu einer massiven Spaltung gekommen. Geprüft werden müssten insbesondere die Vorgänge zwischen 1998 und 2001. Die beunruhigen nach Informationen der SZ ohnehin mehr DFB-Offizielle als die Vorgänge 2005. Fritz Keller ist wahrscheinlich für den DFB bereits heute zum Problem geworden (Thomas Kistner, SZ 2.11.20).

3120: Nobby Stiles ist gestorben.

Montag, November 2nd, 2020

Sein Markenzeichen waren die fehlenden Vorderzähne. Er trug Kontaktlinsen. Und er gehörte zu den englischen Fußball-Weltmeistern von 1966, Nobby Stiles. Ein defensiver Mittelfeldmann. Taktisch versiert. Von Manchester United (er hatte auch beim FC Middlesbrough und bei Preston North End gespielt). Im Halbfinale 1966 hatte er den portugiesischen Star Eusebio (Benfica Lissabon) ausgeschaltet. Auf den traf er wieder 1968 im Finale des Europapokals der Landesmeister. Stiles absolvierte über 400 Spiele für Manchester United. Er spielte gemeinsam mit Bobby Charlton, Dennis Law und George Best. Mit 60 erkrankte er an Demenz. Drei weitere Helden von Wembley 1966 starben daran: Martin Peters, Jack Charlton, Ray Wilson. Unvergesslich (Javier Cáceres, SZ 2.11.20).

3052: Tour de France-Sieg ohne Doping ?

Montag, September 21st, 2020

Der 21- jährige Slowene

Tadej Pogacar

hat die Tour de France vor seinem Landsmann Primoz Roglic gewonnen. Dabei fuhr er beim Bergzeitfahren auf der vorletzten Etappe in einem Stil wie früher nur der größte Betrüger im Radsport, Lance Armstrong (USA). Er trat im Anstieg 6,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Kann das mit rechten Dingen zugegangen sein?

Pogacars Entdecker, Andrej Hauptmann, durfte 2000 bei der Tour de France wegen seiner Blutwerte nicht starten. Pogacar ist bisher weder positiv getestet noch sonstwie überführt worden. Aber wir wissen, dass es Doping auch heute gibt. Denken wir nur an den

positiven Salbutamol-Test

des viermaligen Tour-Siegers

Chris Froome

(Großbritannien). Beim Landgericht München ist der Prozess anhängig, bei dem der Blutdopingring eines Erfurter Arztes angeklagt ist. Zwei slowenische Fahrer sind als Kunden enttarnt worden. Acht der 19 Slowenen, die zwischen 2009 und 2019 in der World Tour fuhren, waren schon einmal gesperrt. Zuletzt hat sogar der Radsportweltverband UCI eine Untersuchung gegen den slowenischen Radsport angeschoben (Johannes Aumüller, SZ 21.9.20).

2932: Willi Holdorf ist tot.

Samstag, Juli 11th, 2020

Willi Holdorfs überraschender Olympiasieg im Zehnkampf 1964 in Tokio war die Sternstunde des deutschen Zehnkampfs. Seine Trainingspartner Hans-Joachim Walde und Horst Beyer wurden Dritter und Sechster. Der in einem Dorf bei Glückstadt/Schleswig-Holstein geborene Holdorf triumphierte nach einem harten Zweikampf mit dem Letten Rein Aun (Sowjetunion).Danach arbeitete er als Sportlehrer und Trainer (u.a. von Fortuna Köln).

Der Olympia-Zweite im Zehnkampf von 1996 in Atlanta/USA, Frank Busemann, sagt über ihn: „Er hat mit seinem Olympiasieg im Zehnkampf das geschafft, was alle wollen. Doch er ist immer Mensch geblieben, hatte immer einen Spruch auf den Lippen.“ Willi Holdorf war mit 18 Jahren zu Bayer Leverkusen gekommen und hatte sich dort in der Leichtathletik vervollkommnet. Der ehemalige DLV-Präsident Clemens Prokop sagt über Holdorf: „Die Begegnungen mit ihm waren immer bereichernd, sein norddeutscher Humor ansteckend und seine Gradlinigkeit sehr beeindruckend.“ Willi Holdorf ist im Alter von 80 Jahren gestorben (Saskia Aleythe, SZ 7.7.20).