Archive for the ‘Sport’ Category

3381: Dieser DFB ist nicht zu retten.

Mittwoch, April 28th, 2021

Der Machtkampf im DFB zwischen Präsident Fritz Keller auf der einen Seite und Vizepräsident Rainer Koch und Generalsekretär Friedrich Curtius auf der anderen geht weiter. Mit aller Härte.

„Keller hatte in der Präsidiumssitzung am Freitag seinen Vize Koch, einen hauptamtlichen Richter, ‚Freisler‘ genannt. Roland Freisler war zur Zeit des Nationalsozialismus Präsident des Volksgerichtshofes, wo er etwa 2.600 Todesurteile verhängte, und als Teilnehmer an der Wannseekonferenz einer der Verantwortlichen für die Organisation des Holocaust.“ (SZ 28.4. 21)

„Keller disqualifiziert sich damit als oberster Repräsentant von sieben Millionen DFB-Mitgliedern.“ (Claudio Catuogno, SZ 28.4.21)

Claudio Catuogno meint aber, dass dann, wenn Fritz Keller zurücktrete, der DFB „von den noch Falscheren gesteuert“ werde.

„Kann es Zufall sein, dass der mächtige Vize Koch, im Amt seit 2007, eine Chef-Fehlbesetzung nach der anderen aus der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise geleitet hat? 2015 Wolfgang Niersbach, der über die ‚Sommermärchen‘-Affäre stolperte, 2019 Reinhard Grindel, der über die Luxusuhren-Affäre stolperte – und 2021 nun Fritz Keller, der über seine Nazivergleich-Affäre stolpert?“

„Der Machtkampf innerhalb der DFB-Spitze zwischen Keller und seinen Gegenspielern um Koch und Curtius beschäftigt den DFB schon seit Monaten. Andauernd gibt es neue Eskalationen und Enthüllungen über dubiose Vorgänge innerhalb des Verbandes. Die Basis ist darüber so empört, dass einige Landesverbände zuletzt sogar einen Protestbrief auf den Weg brachten, in dem sie die Zustände im DFB als ‚desolat‘ brandmarkten. Nun ist für sie Kellers Entgleisung die finale Eskalation.“

3379: Julian Reichelt räumt Posten bei Springer.

Dienstag, April 27th, 2021

Julian Reichelt verliert seinen Posten als Geschäftsführer der „Bild“-Gruppe. Claudius Senst übernimmt zum 1. Juli 2021 als Chief Executive Officer (CEO) den Publishing-Bereich der Marken „Bild“ und „Welt“, eine neue Führungsposition. Wie Reichelt verlässt auch Alexandra Würzbach die „Bild“-Geschäftsführung. Reichelt soll sich künftig verstärkt um das Fernsehangebot von „Bild“ kümmern. Gemeinsam mit Claus Strunz. Bei der „Welt“ bleibt Ulf Poschardt sowohl Chefredakteur als auch Teil der Geschäftsführung.

Reichelt war zuletzt wegen eines Compliance-Verfahrens befristet freigestellt. Mehrere Frauen hatten Vorwürfe gegen ihn erhoben. Es soll Machtmissbrauch im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen und Drogen am Arbeitsplatz gegeben haben. Der Springer-Vorstand konstatierte, dass es Fehler in der „Amts- und Personalführung“ gegeben habe (Elisa Britzelmeier, SZ 27.4.21).

3378: FC Bayern und Julian Nagelsmann einig.

Dienstag, April 27th, 2021

Nagelsmann wird zum 1. Juli 2021 Cheftrainer des FC Bayern. RB Leipzig verlangt hohe Ablöse.

3364: Grüne überlegen Boykott der Winterspiele 22 in Peking und der Fußball-WM 22 in Katar.

Samstag, April 17th, 2021

Die menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen im Deutschen Bundestag, Margarete Bause, empfiehlt dem Hohen Hause, sich zu den Olympischen Winterspielen in Peking zu äußern. Deutsche Politiker sollten sich nicht zur Staffage für chinesische Propaganda machen lassen. Bause verweist auf die mehr als eine Million uigurischer Muslime und die chinesischen Aggressionen gegen Hongkong und Taiwan und benennt gezielt deutsche Sponsoren. Die Abgeordnete Claudia Roth erklärt, sie habe sich schon von den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine neue Pressefreiheit in China erhofft. Das sei wohl eine „romantische Vorstellung“ gewesen. Die Grünen wollen erreichen, dass sich auch Sportler selbst zur Lage der Menschenrechte vor Ort äußern dürfen.

Ähnlich unmöglich wie die Winterspiele 2022 in Peking ist die Fußball-WM in Katar 2022. Nach einem Bericht des „Guardian“ sind dort seit der WM-Vergabe 6.500 Gastarbeiter gestorben. Inzwischen soll es in dem Emirat leichte Verbesserungen geben, einen Mindestlohn und die Abkehr vom

Kafala-System,

das manche Beobachter mit sklavenähnlichen Verhältnissen vergleichen. Der Abgeordnete Peter Heidt (FDP) zeichnete allerdings kein rosiges Bild von den Verhältnissen in Katar. Das Kafala-System sei noch gar nicht richtig abgeschafft. Es bestehe die Gefahr, dass Reformen nach einer Großveranstaltung schnell wieder verpufften (Johannes Knuth, SZ 16.4.21).

W.S.: Alle genannten Großveranstaltungen (auch die Spiele in Tokio) sind politisch-moralisch so verrottet, dass sie abgesagt werden sollten. Nur das IOC glaubt noch an seine eigene Propaganda von den sauberen Spielen.

3363: Olympia 2022 in Tokio absagen ?

Samstag, April 17th, 2021

Der Generalsekretär der japanischen Regierungspartei denkt über eine Olympia-Absage nach. Kann man ein Weltsportfest mit Zehntausenden Menschen in der Pandemie verantworten? Das IOC und seine Finanziers wollen die Spiele. Könnten Teilnehmende das Coronavirus von den Spielen in ihre teilweise bitterarmen Heimatländer tragen? Eine Mehrheit der Japaner will die Spiele nicht. Und die Infektionszahlen steigen. Dafür ist Japans Gesundheitssystem nicht gut vorbereitet. Schlechte Voraussetzungen für die Spiele (Thomas Hahn, SZ 16.4.21).

Sagt sie ab!

3318: Rassistischer Drohbrief gegen Alfred Gislason

Mittwoch, März 17th, 2021

Der Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, der seit 30 Jahren in Deutschland lebende Isländer Alfred Gislason, hat einen rassistischen Drohbrief bekommen und ihn anschließend im Netz veröffentlicht. Der Vorgang mache ihm keine Angst. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) verurteilte den Brief und kündigte rechtliche Schritte an (SZ 17.3.21).

Der Vorfall zeigt, wie weit und tief menschenverachtender Rassismus in Deutschland verbreitet ist.

3314: Marvin Hagler ist tot.

Montag, März 15th, 2021

Die meisten von uns verstehen nichts vom Boxen (das macht nichts). Ich schon. Habe bei der Armee im Schwergewicht geboxt. Und insbesondere die Weltklasseboxer aus den USA im Fernsehen bewundert. Für mich als Kind waren die Helden in den fünfziger Jahren Sugar Ray Robinson und Gene Fullmer. Typischerweise Mittelgewichtler (ca. 66-72 Kilo) (die Box-Gewichtsklassen: Fliegen, Bantam, Feder, Leicht, Welter, Mittel, Halbschwer, Schwer; neuerdings Superschwer).

Die besten Mittelgewichtler haben häufig die Beweglichkeit und technische Finesse der leichteren Klassen und fast die Schlagkraft der schwereren. Wunderbar. In den achtziger Jahren gab es nochmals eine Hochzeit im Boxen. Im Mittelgewicht durch Marvin Hagler, Sugar Ray Leonard, Roberto Duran und Thomas Hearns. Marvin („Marvellous“) Hagler war Weltmeister von 1980 bis 1987. Ein Jahrhundert-Kampf war der von 1985 gegen Thomas („Hitman“) Hearns. Der war sehr hochgewachsen, seinen Spitznamen hatte er von seinen hart geschlagenen Geraden und Haken, ein wunderbarer Boxer. Hagler und Hearns mochten sich nicht. Daher bekam ihr Kampf im „Cesar’s Palace“ in Las Vegas 1985 das Label „The War“. Hagler griff unerbittlich („Beinarbeit“) an, zermürbte Hearns und schlug ihn der in der dritten Runde k.o. Danach trat er zurück und wurde Schauspieler. Im Alter von 66 Jahren ist er nun gestorben (David Pfeifer, SZ 15.3.21).

3307: Joachim Löw: endlich weg !

Mittwoch, März 10th, 2021

Es gibt nicht viele Ämter in Deutschland, die so wichtig genommen werden, wie das Amt des DFB-Bundestrainers. Das kann ich meinen Bekannten, die keine Ahnung vom Fußball haben, kaum verständlich machen. Fast kein anderer Nationaltrainer ist so lange im Amt wie Joachim Löw. Die Nationalmannschaft hatte mit ihm 15 Jahre lang insgesamt eine gute Zeit. Am Ende aber häufte sich das Versagen. Das versuchte Joachim Löw mit staatstragendem Gebaren (z.B. in einem „Kicker“-Interview) zu übertünchen. Bei der 0:6-Niederlage gegen Spanien ging das nicht mehr. Zur Hilfe kam ihm aber der Machtkampf im DFB. Dort herrscht ein kaum vorstellbares HickHack mit starken lächerlichen Einschüssen. Wir brauchen einen fähigen Bundestrainer (Philipp Selldorf, SZ 10.3.21).

3281: Sabine Töpperwien ist nur noch Fan.

Montag, Februar 22nd, 2021

Die langjährige Radio-Sport-Chefin des WDR, Sabine Töpperwien, ist nur noch Fan, nämlich im Ruhestand. 1997 hatte sie die Reportage vom Uefa-Cup-Finale Inter Mailand gegen Schalke o4 mit Manni Breuckmann abgeliefert (Stern 4.2.21). Sie hat bei uns studiert (Institut für Publizistik, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Zentrum für interdisziplinäre Kommunikationswissenschaft). Wir waren das gefragteste Fach in der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpsychologie, Sozialpolitik, Publizistik).

2001 gab es für 42 Publizistik-Numerus-Clausus-Plätze 1.347 Bewerbungen. Meine eigenen Zahlen (1980-2010) kenne ich natürlich: 364 Examensarbeiten, 630 mündliche Prüfungen, 145 Vorträge, 406 Klausuren. Einige bekannte Studierende haben bei uns absolviert: Werner Blinda (Radio Bremen), Matthias Naß (Die Zeit), Rolf Töpperwien (ZDF), Ekkehard Launer (Tagessschau), Wolfgang Kapust (WDR), Michael Darkow (GfK), Klaus Gietinger (Autor, Regisseur), Katharina Wolkenhauer (Tagesthemen), Kay Meiners (Gewerkschaftliche Monatshefte), Wilhelm Tacke (NDR), Christine Jüttner (Göttinger Tageblatt), Eckhart Pohl (NDR), Bernhard Möllmann (ARD-Programmdirektion), Sabine Töpperwien (WDR), Volker Steinhoff (Panorama), Justus Demmer (dpa), Hans-Christian Winters (Cuxhavener Nachrichten), Peter-Matthias Gaede (Geo), Katja Reider (Autorin), Daniel Satra (NDR), Okka Gundel (WDR), Normen Odenthal (ZDF) und viele andere. An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen forscht und lehrt Prof. Dr. Martina Thiele Kommunikationswissenschaft.

3277: Flick wehrt sich gegen AfD.

Samstag, Februar 20th, 2021

Der Trainer des FC Bayern München, Hansi Flick, hat per einstweiliger Verfügung eine Unterlassung gegen den AfD-Bundestagsabgeordntenen Johannes Huber erwirkt. Dieser hatte ein Bild von Flick mit der Überschrift „Bayern-Trainer Flick kontert Lauterbach.“ gepostet und Flick mit dem Satz zitiert: „Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören.“ Dadurch sah sich Flick sinnentstellt zitiert. Johannes Huber hat den Post inzwischen gelöscht. Flick hat sich mit Lauterbach mittlerweile ausgesprochen (FAZ 20.2.21).