Archive for the ‘Medien’ Category

4121: Rosa von Praunheim 80

Mittwoch, November 30th, 2022

Der führende Pionier der deutschen Schwulenbewegung, Rosa von Praunheim, wird 80 Jahre alt. Geboren wurde er als Holger Mischwitzky im Frankfurter Stadtteil Praunheim. Mit „Die Bettwurst“ und „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ lieferte er 1971 zwei Spielfime, die heute Kultstatus genießen. Einmal schaltete sich dabei der BR aus und machte damit Praunheim erst so richtig berühmt. Sein letzter Film „Rex Gildo – der letzte Tanz“ ist dem schwulen Schlagersänger gewidmet. Rosa von Praunheim blieb immer bei der Sache und outete Alfred Biolek und Hape Kerkeling. Ältere Schauspielerinnen wie Evelyn Künnecke erlebten bei Praunheim späte Höhepunkte ihrer Karriere. Praunheim aktuell: „Ich suche jemanden, der mir eine Million gibt, damit ich zehn neue Filme machen kann.“ (Josef Grübl, SZ 25.11.22)

4120: Verlage fordern Freilassung von Assange.

Dienstag, November 29th, 2022

Die Verlage des „Spiegels“, der „New York Times“, des „Guardian“, von „Le Monde“ und „El Pais“ fordern in einem offenen Brief von der US-Regierung, den Wikileaks-Gründer Julian Assange freizulassen. Die Anklage gegen Assange sei „ein gefährlicher Präzedenzfall und ein Angriff auf die Pressefreiheit“ (SZ 29.11.22).

4117: Hans Magnus Enzensberger ist tot.

Sonntag, November 27th, 2022

Mit 93 Jahren ist in München Hans Magnus Enzensberger gestorben. Er gehörte zu den wenigen Groß-Intellektuellen in Deutschland. Wie Günter Grass, Martin Walser, Ingeborg Bachmann, Heirich Böll oder Paul Celan. Ihr Thema war die Nazi-Vergangenheit. Als Enzensberger schon 1963 den Büchnerpreis bekam, dekonstruierte er die Annahme, dass Schriftsteller das Gewissen der Nation seien. Die Nation war Enzensberger ohnehin suspekt. Aus guten Gründen. Es ist kein Zufall, dass sein Einfluss nach 1990 stark abnahm. Lange Zeit galt Hans Magnus Enzensberger als „links“, er hat sich aber nirgends vereinnahmen lassen, gab eher den kritischen Beobachter vom Rande. Nicht selten auch überheblich. Enzensberger war Gedichteschreiber, Essayist und oft mittendrin im Getümmel, ohne stets den Überblick zu haben.

Im Kursbuch 20/1970 lieferte er uns, gestützt auf Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1936), seinen „Baukasten zu einer Theorie der Medien“. Brauchbar bis auf den heutigen Tag.

„Die Nation, die Enzensberger so suspekt war, braucht offenbar keine hauptberuflichen Gewissensträger mehr, schon gar nicht Literaten. Für den Alltag gibt es Markus Lanz, für den Notfall den Deutschen Ethikrat, ein Gremium, das sich , wie es selbst sagt, ‚mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt‘. Hätte man Hans Magnus Enzensberger gefragt, ob er sich ‚mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt‘, hätte er gegrinst und irgendetwas Garstiges gesagt.“ (Kurt Kister, SZ 26./27.11.22).

4116: Gewalt in der Familie

Freitag, November 25th, 2022

113 Frauen und 14 Männer sind im vergangenen Jahr von ihrem Partner bzw. Ex-Partner ermordet worden. Das geht aus der Statistik des Bundeskriminalamts hervor. Insgesamt ist die Zahl der Opfer von Gewalt in der Partnerschaft mit 143604 im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Im Fünfjahreszeitraum aber um 3,4 Prozent gestiegen. Das Dunkelfeld gilt als groß (SZ 25.11.22).

4115: Alice Schwarzer 80

Freitag, November 25th, 2022

Sie ist die beherrschende Feministin in Deutschland seit den siebziger Jahren und hat sich große Verdienste erworben: beim Kampf für die Zulassung der Abtreibung, beim Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, als Herausgeberin und Chefredakreurin der „Emma“: Alice Schwarzer. Sie wird am 3. Dezember 80 Jahre alt. Susan Djahangard und Gabriela Herpell haben sie für das SZ-Magazin (25.11.22) interviewt und andere Menschen zu ihr befragt.

Die Feministin und erfolgreiche Filmemacherin Helke Sander sagt: „Man kann es sich, glaube ich, nicht schlimm genug vorstellen, wie sie verachtet wurde. Aber das hatte weniger mit der Alice als mit den Medien zu tun. Weil sie so ein Hassbild abgegeben hat für viele Männer, die sich benachteiligt gefühlt haben, ist es in der Gesellschaft nie wirklich angekommen, dass die Frauenbewegung alle Probleme der Gesellschaft anspricht.“

Die ehemalige Chefredakteurin der „taz“, Bascha Mika, sieht Alice Schwarzer krtischer: „Sie hat der deutschen Frauenbewegung mehr geschadet als genutzt. Damals hätte es zig andere Spitzenfrauen gegeben, die den Feminismus nicht so eng gedacht und verkürzt hätten.“

Die ehemalige Chefredakteurin des WDR, Sonia Mikich, sagt: „Als die Frauenbewegung kam, war das wie eine Welle, die alles mitriss, alles umspülte. Ich war mittendrin. Und da tauchte eines Tages in einem Frauenzentrum oder an der Uni Alice Schwarzer auf. Und die hatte genau diesen Ton, den ich brauchte, diesen ganz freien, furchtlosen Ton. Sie konnte über Paragraf 218 sprechen, aber auch über Sex, über Politik. Genau das ist meine Bewegung, dachte ich. Und diese Frau ist interessant.“

SZ (an Alice Schwarzer): Verstehen Sie, dass Rosa von Praunheim, der ‚Alice Schwarzer der Schwulenszene‘ genannt wird, Ihnen das übelnimmt?

Schwarzer: Ich schätze Prauinheims große Verdienste in Bezug auf die Sichtbarmachung und Emanzipation der Homosexuellen, Männer wie Frauen. Ich nehme Rosa von Praunheim aber auch etwas übel: das Zwangsouting. Ich war zum Beispiel mit Alfred Biolek befreundet, den er zwangsgeoutet hat. Ich habe Bioleks Schmerz erlebt. Das geht überhaupt nicht. Man sollte zu einer Gesellschaft beitragen, in der ein Mensch ohne Angst oder Scham homosexuelle Beziehungen haben kann. Aber man hat nicht das Recht, jemanden zwangszuouten. …

W.S.: Bei allen Verdiensten Alice Schwarzers ist nicht zu übersehen, dass sie außerhalb der Geschlechterpolitik manchmal ordentlich danebenliegt. So etwa bei ihrer Empfehlung einer Kapitulation für die Ukraine nach dem Beginn des russischen Vernichtungskriegs.

4113: Kassensturz beim RBB

Dienstag, November 22nd, 2022

Gerade als der RBB unter Patrricia Schlesinger die Geschäftsführung der ARD übernehmen wollte, wurde bei ihm eine gigantische Geldverschwendung, Filz und der Totalausfall aller Kontrollgremien offenbar. Nun hat die neue Intendantin, Katrin Vernau, einen Kassensturz angekündigt. Bis Ende 2024 müssen 41 Millionen Euro eingespart werden. Würde der Sender weiterwirtschaften wie bisher, beliefen sich die Schulden 2028 auf 174 Millionen Euro. Jetzt wird mit dem „Rasenmäher“ gespart. Hier und da ein paar Sendeminuten zu opfern, reicht nicht. Im nächsten Jahr sollen sechs Prozent des Etats eingespart werden, 2024 zwölf Prozent. Da stellen sich die altbekannten Fragen: Brauchen alle neun ARD-Anstalten Verbrauchermagazine? Ist es richtig, in den Ruhestand gehende Mitarbeiter nicht nur mit einer Pension zu versorgen, sondern auch noch mit einem Ruhegeld? Manche bekommen darüberhinaus noch Mittel aus einem Beratervertrag. Der RBB gibt 15.000 Euro monatlich aus für Pensionäre. Die neue Intendantin Katrin Vernau, 49, sagt von sich, sie denke wie eine schwäbische Hausfrau. Das wird auch nötig sein beim RBB (Aurelie von Blazekovic, SZ 19./20.11.22).

4112: Bodo Ramelow für Waffenlieferungen an die Ukraine

Montag, November 21st, 2022

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht sich in einem Interview mit der SZ (21.11.22) entgegen den Beschlüssen seiner Partei klar für Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Jeder, der angegeriffen werde, habe das Recht sich zu verteidigen. Seine Parteikollegin Sahra Wagenknecht griff Ramelow scharf an. Unter anderem für das Argument, die Wirtschaftssanktionen der Bundesregierung würden in Deutschland mehr Schaden anrichten als in Russland. „ich weiß nicht, warum Frau Wagenknecht das immer wieder wahrheitswidrig behauptet.“ Dasselbe gelte für das Argument, man müsse Nord Stream 2 eröffnen, weil das ein Signal an Putin wäre, dass man verhandlungsbereit sei. „Das ist Unsinn“, so Ramelow.

W.S.: Es ist erfreulich, dass es in der Linken immer noch so kluge Menschen gibt wie Bodo Ramelow.

4111: Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Max Frisch: eine „Zerfetzung“

Sonntag, November 20th, 2022

Nach Jahrzehnten, in denen er zurückgehalten wurde, ist nun der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann (1926-1973) und Max Frisch (1911-1991) erschienen. Ein Ereignis! Über 1.000 Seiten dick, die Hälfte davon Kommentar.

Ingeborg Bachmann/Max Frisch: „Wir haben es nicht gut gemacht.“ Der Briefwechsel. Mit Briefen von Verwandten, Freunden und Bekannten. Herausgegeben von Hans Höller, Renate Langer, Thomas Strässle, Barbara Wiedemann, Koordination: Barbara Wiedemann. München – Berlin – Zürich (Piper/Suhrkamp), 1.039 Seiten.

Die Beziehung ging von 1958 bis 1963 und endete mit einem Zusammenbruch von Ingeborg Bachmann. Von Anfang an gab es nicht nur rauschhafte Liebe, sondern auch Zweifel und Trennungsgedanken. Frisch: „Wir wären Unheil füreinander. Aber auch so ist kein Heil.“ 1959 bekam Max Frisch Hepatitis. Und Ingeborg Bachmann fuhr nach Rom. Mit ihrem neuen Liebhaber Hans Magnus Enzensberger. Laut Briefwechsel war diese Affäre viel gravierender als bisher bekannt. Auf Wunsch Bachmanns hat Enzensberger einige ihrer Briefe vernichtet. Das Krankenhaustagebuch Frischs fand Bachmann nach der Trennung, sie war entsetzt und verbrannte es. Ein Vertrauensbruch.

Ingeborg Bachmann versuchte ein Leben zu führen, wie es seinerzeit für Frauen nicht vorgesehen war. Selbstbestimmt. „Max, es ist so schwer zu erklären, aber ich habe nur ganz selten das Gefühl der Gleichberechtigung zwischen uns. Ich stehe von Anfang an etwas unter Dir oder hinter Dir. Du hast es bestimmt nicht gewollt, aber es bringt dich dazu, mit mir zu reden manchmal wie zu einer Schülerin, bald liebevoll, bald tadelnd. Ich bin aber, wenn ich nicht bei dir bin, auch erwachsen, einem Mann gewachsen und lasse mir, wie die Brechtmädchen sagen würden, nichts gefallen.“

Frisch fühlte sich Bachmann (und Paul Celan) als Schriftsteller unterlegen. Auch intellektuell. Die beiden erkannten sich als Schriftsteller an, halfen sich sogar bei ihren Werken, das war bisher unbekannt. „Sie liebt nicht mich, sowenig wie einen anderen, sondern sie liebt die Liebe und sich selbst als Liebende.“ Zunächst liebte sie den italienischen Germanisten Paolo Chiarini. Und sie war allmählich tablettenabhängig geworden, ein Verhängnis. Anscheinend neigte sie zur Sucht. Dazu kam, dass Frisch sich seinerzeit in die 28 Jahre jüngere Marianne Oellers verliebte. Der Briefwechsel zerstört aber bisher geläufige Bachmann-Mythen: sie hat keinen Selbstmordversuch unternommen und keine Abtreibung vornehmen lassen. Allerdings unterhielt sie inzwischen eine intensive Beziehung zu Paul Celan. Allmählich lief ihr Leben auf einen Zusammenbruch zu. Hier liefert der Briefwechsel erschreckende Einblicke. An Frischs „Mein Name sei Gantenbein“ hat Ingeborg Bachmann intensiv mitgewirkt, schon weil sie in der Figur der Lila selbst porträtiert wurde. Frisch akzeptierte ihre Veränderungsvorschläge. Kurze Zeit später behauptete sie, in seinem Roman missbraucht worden zu sein. Bei der Dämonisierung Max Frischs hat anscheinend auch ein fragwürdiger Psychotherapeut eine Rolle gespielt.

Max Frisch war aber bei weitem nicht der Popanz, als der er in der Bachmann-Literatur gerne dargestellt wird. Die Lesart, dass Max Frisch an Ingeborg Bachmanns Unglück alleine schuldig geworden sei, erweist sich, das schreibt die Bachmann-Expertin Ina Hartwig ausdrücklich, als falsch (SZ 19./20.11.22). Hartwig findet in dem Briefwechsel auch keine neues Geheimnis, sondern sieht die weiteren Erkenntnisse der Bachmann-Philologie als bestätigt an. Frisch und Bachmann waren beide Alkoholiker, sie zudem tablettensüchtig, weshalb sie immer wieder Kliniken aufsuchen musste. Beide waren krankhaft eifersüchtig. Nicht immer ohne Grund. Tatsächlich kennen wir ja heute bei der Betrachtung biografischer Details kaum noch Tabus. Ingeborg Bachmanns literarische Größe war Max Frisch stets bewusst. Er unterstützte sie bei „Wildermuth“. Sie verwandte das Motiv des brachialen, pedantischen, mörderischen Mannes für „Malina“. Max Frisch hat nach Bachmanns Tod ein Resümée in „Montauk“ (für mich, W.S., sein größtes Werk!) gezogen.

Max Frischs Briefe waren übrigens größtenteils nicht mehr im Nachlass Bachmanns zu finden. Wir kennen sie nur, weil Frisch davon. selbst bei banalsten Anlässen, Durchschriften angefertigt hat. Die im Affekt der ersten Verliebtheit verfassten Briefe wurden von Frisch ebenso kopiert wie die der späteren Zerrüttung. Max Frisch spricht von „Zerfetzung“ (Andreas Bernard, SZ 19./20.11.22). Im Kommentarteil ist die Überführung der Korrespondenz in poetische Werke auf beiden Seiten minutiös belegt. Frisch und Bachmann „bekämpften sich auf Leben und Tod, am Rande der Vernunft“. Das hatte Züge eines Vernichtungskriegs. „Du trittst in mein Leben, Ingeborg, wie ein langgefürchteter Engel, der da fragt Ja oder Nein.“ Der Briefwechsel bewegt einen sehr. Da war etwas zusammengewchsen, was nicht zusammengehörte (Helmut Böttiger, SZ 19./20.11.22).

4109: Der große Filmregisseur Martin Scorsese wird 80.

Donnerstag, November 17th, 2022

Wenn unter Kennern die größten Filmregisseure genannt werden, fällt am häufigsten der Name Martin Scorsese. Er wird 80 Jahre alt. Und er dominiert Hollywood als Regisseur, Dozent und Produzent. Seine Meisterschaft ist die des brillanten Einzelstücks. Seine Stoffe kommen aus Romanen, aus seiner Lebenserfahrung und von genialen Mitstreitern. Er kann Schauspieler entfesseln und beherrscht die Sprache von Kamerabewegung, Schnitt und Musikeinsatz. Er steht für das klassische, arbeitsteilige Filmemachen. Um „Star Wars“ und „Der Herr der Ringe“ hat er stets einen großen Bogen gemacht. Und selbst er musste sich erst durchsetzen. U.a. mit Dokumentationen. Der Olymp des Filmemachen steht nur denen offen, deren Einzelstücke sich am Ende zu einer Macht verbinden. Scorsese stammt aus dem, was wir „Little Italy“ nennen, hat sich dort aber nie festbinden lassen. Er wolte zunächst Priester werden. Die Vielfalt seines Werks ist einmalig (Tobias Kniebe, SZ 17.11.22)

Da wir fast Jahrgangsgenossen sind, bin ich mit Scorseses Filmen erwachsen geworden, habe an und in ihnen gelernt und schätze sie außerordentlich (hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Filme):

1973: „Hexenkessel“, mit Robert de Niro und Harvey Keitel,

1974: „Alice lebt hier nicht mehr“,

1976: „Taxi Driver“,

1986: „Die Farbe des Geldes“,

1990: „Goodfellas“,

2002: „Gangs of New York“,

2004: „Aviator“,

2006: „Departed“,

2013: „The Wolf of Wall Street“,

2019: „The Irishman“.

Martin Scorsese hat mit einzelnen Darstellern vielfach zusammengearbeitet: Rober de Niro, Harvey Keitel, Leonardo di Caprio, Joe Pesci und mehreren anderen. Er ist zum fünften mal verheiratet. Möge er uns noch den einen oder anderen Film bescheren.

 

4108: Dopingjäger Werner Franke ist tot.

Donnerstag, November 17th, 2022

Noch an seinem 80. Geburtstag vor zwei Jahren sagte er: „Ich verachte nach wie vor den deutschen Sport.“ Der Zellbiologe und bekannteste deutsche Dopingjäger Professor Dr. Werner Franke (Heidelberg). Besonders unbeliebt war er bei den Fußballern, denen er beim VfB Stuttgart und SC Freiburg Anabolika-Missbrauch in den siebziger und achtziger Jahren vorwarf. Franke belegte, dass sich Doping auch beim Fußball zur Leistungssteigerung eignet. Er opponierte rigoros gegen den organisierten Sport in Deutschland.

Mit seiner Frau, der bekannten Diskuswerferin Brigitte Berendonk, sicherte er nach der Wiedervereinigung geheime Dokumente in der Militärmedizinischen Akademie Bad Saarow. Dadurch wurde das Staatsdoping der DDR bewiesen („Doping-Dokumente – von der Forschung zum Betrug“ 1991). Auch im westdeutschen Sport spürte Franke das Doping auf. Besonderes Augenmerk legte er auf den Radsport. Mit Jan Ulrich prozessierte er erfolgreich. Dem „Doping-Opfer-Hilfeverein“ (DOH) warf er vor, ehemalige Sportler trotz unzureichender Nachweisverfahren als Dopingopfer anzuerkennen (Sebastian Fischer, SZ 17.11.22).