3921: Massenhaft Kirchenaustritte

359.338 Menschen sind 2021 aus der katholischen Kirche ausgetreten. Wir nennen es den

Woelki-Effekt.

Spitzenreiter in der Austrittswelle ist das Erzbistum Köln. In der Kirche können sich die Reformer vom „Synodalen Weg“ nicht durchsetzen, vom Papst werden sie noch verhöhnt. Wir hätten doch schon eine funktionierende evangelische Kirche in Deutschland. Die evangelische Kirche hatte 2021 280.000 Austritte zu verzeichnen. Nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung gehört in Deutschland der katholischen oder einer der evangelischen Kirchen an. Typisch bei den Austritten der Katholiken ist es, dass nicht die ohnehin schon kirchenferne Menschen austreten, sondern gerade solche, die bisher in den Pfarreien sehr engagiert waren.

Die Kirche macht Vorschriften, belehrt und gängelt und hat anscheinend keine gute Beziehung zur Realität. Die Zahl der Pfarreien und der Priester verringert sich permanent. Das neueste Missbrauchsgutachten (im Erzbistum München und Freising) spricht von 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern. Es konnte bisher schon der Eindruck entstehen, dass viele kirchliche Funktionsträger dies Phänomen überhaupt nicht ernst nehmen. Die Integrationskraft der Kirche schwindet dadurch vehement. Eine noch weitergehende Radikalisierung sehen wir in den USA, wo einige katholische Bischöfe in einer unheilvollen Allianz mit fundamentalistischen Evangelikalen die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben und Hass verkünden. Die frohe Botschaft scheint vergessen (Kassian Stroh, SZ 28.6.22; Annette Zoch, SZ 28.6.22).

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