3501: Pandemie gefährdet das Kindeswohl.

Das Statistische Bundesamt vermeldet bei 60.600 Kindern und Jugendlichen während der Pandemie eine Gefährdung des Kindeswohls. Neunzig Prozent mehr als 2019. Die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbunds: „Wir haben das geahnt. Gerade in den Phasen der Schul- und Kitaschließungen, mit Homeschooling, Home-Office und teilweise beengten Wohnverhältnissen, war das Konfliktpersonal, das sich in Gewalt niederschlagen kann, groß.“ Manche negative Situation hatte sich verfestigt. Hauptsächlich geht es um Vernachlässigungen und seelische Misshandlungen. Körperliche Misshandlungen gab es in jedem vierten Fall, in fünf Prozent ging es um sexuelle Gewalt. Ein Drittel der gegebenen Hinweise erwies sich als unbegründet.

Die Kinderschutzkoordinatorin im Jugendamt Berlin-Mitte: „Kita und Schule sind häufig eine sehr große Entlastung für die Eltern, aber auch für die Kinder. … Es sind soziale Orte, an denen die Kinder gesehen werden. Und im Lockdown wurden sie eben auf einmal nicht gesehen.“ Belastend seien beengte Wohnverhältnisse. Die Familienhelferinnen hätten nicht nur telefonisch beraten, sondern etwa auch Spaziergänge mit den Familien unternommen. „Man sollte alles versuchen, dass Kinder in die Kita und Schule gehen können.“ (Henrike Rossbach, SZ 22.7.21)

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