3488: Esther Bejarano ist gestorben.

Geboren worden war sie 1924 im saarländischen Saarlouis. Ihr Vater war jüdischer Weltkriegsveteran und Kantor der jüdischen Gemeinde. 1935 wurde das Saarland an Hitler-Deutschland angeschlossen. Damit war es mit der bürgerlichen Wohlbefindlichkeit vorbei. Bejaranos Eltern wurden 1941 im Baltikum ermordet. Die Geschwister konnten emigrieren.

Esther Bejarano musste Zwangsarbeit leisten. 1943 wurde sie ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort gehörte sie als Akkordeonspielerin zum bekannten „Mädchenorchster“. Schließlich wurde sie ins KZ Ravensbrück deportiert. Einen „Todesmarsch“ zum Ende des Krieges überlebte sie.

Esther Bejarano wanderte nach Kriegsende nach Palästina aus und kämpfte im Unabhängigkeitskrieg von 1948 in der israelischen Armee. Sie lernte ihren Mann Nissim kennen und bekam zwei Kinder. 1960 zog die Familie nach Hamburg. Dort verschrieb sich Esther Bejarano der Aufklärung über den Holocaust und begründet das deutsche Auschwitz-Komitee mit. Sie widmete ihr folgendes Leben mit großem Erfolg der Aufklärung deutscher Jugendlicher (Oliver das Gupta, SZ 12.7.21).

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